Linux für Einsteiger
Kapitel 2: Installation

2.1 Die Installation des Betriebssystems

Linux kann auf zwei Arten installiert werden: Direkt von CD oder über Startdisketten wie bei Windows 95/NT. Wie man den Rechner dazu bringt, lest ihr im Handbuch eures BIOS, wie man Startdisketten erzeugt steht im Handbuch eurer Distribution oder im Heft, dem ihr die CD entnommen habt.

Boot-Diskette bei SUSE 6.3
Dazu müsst ihr zunächst einen Rechner unter Windows 95/98 oder NT starten und auf die SUSE-CD 1 zugreifen können. Wählt ein Image aus dem Verzeichnis /disks (YaST2 oder BOOTDISK bei der LINUX-INTERN Heft-CD) und wechselt ins Verzeichnis /dos/utils/rawrite (das Verzeichnis kann z.B. bei anderen CDs auch /dosutils/rawrite heißen). Dort startet ihr die Datei rawrite3.com und teilt ihr den Namen des Images mit. Gebt den vollen Pafdnamen an (z.B. z:/disks/yast2) und bestätigt mit RETURN. Wählt nun das Diskettenlaufwerk, in dem eine Formatierte 1.44"-Diskette liegt. Bestätigt wieder mit RETURN und der Kopiervorgang beginnt. Damit seit ihr dann auch schon fertig.

NIE VERGESSEN: Wenn ihr Linux auf einem Rechner mit Windows betreiben wollt, erstellt eine BOOT-Diskette für Windows. Wenn Windows noch nicht installiert ist, dann installiert erst Windows, dann Linux. Linux bringt einen BOOT-Manager mit, Windows nicht.

Jetzt könnt ihr Euer System unter Linux starten. Im folgenden beschreibe ich den Installationsvorgang mit YaST2. YaST (Yet another Setup Tool) ist das Installationsprogramm, welches bei SUSE-Linux mitgeliefert wird. YaST2 liegt seit Version 6.3 bei und ersetzt die nicht ganz einfache Textbasierte Installation von YaST durch eine grafische Oberfläche. Andere Distibutoren haben andere Setup-Tools. Wer mit anderen Distributionen arbeitet, möge mir bitte eine kleine Zusammenstellung über die Installation schicken. Danke.


2.2 Grundeinstellungen mit YaST2

Wenn ihr erfolgreich von CD oder Diskette gebootet habt, wird zunächst ein Standart-Kernel geladen, unter dem die Installation abläuft. Nach einiger Zeit kommt ein erster grafischer Bildschirm mit der Überschrift Grundeinstellungen. Legt hier zunächst eure Sprache, das Tastaturlayout und die Zeitzone fest. Normalerweise erkennt YaST automatisch, welche Einstellungen nötig sind, so dass hier keine Änderungen gemacht werden müssen und ihr über die Schaltfläche WEITER in den nächsten Bildschirm kommt.

Im nächsten Bildschirm muss man sich für einen Installationsweg entscheiden. Die automatische Installation trifft Enstscheidungen über zu installierende Software selbst, die Interaktive erlaubt hier Eingriffe. Dafür wird bei der Interaktiven meine Maus nicht richtig erkannt, so dass ich sie später manuell einrichten muss, was nicht ganz so einfach ist. Ich habe mich für die automatische Installation entschieden, mit dem Wissen, dass ich einige Softwarepakete später manuell einrichten muss.

Nachdem ich zwei Festplatten habe, muss ich mich jetzt entscheiden, auf welcher der beiden das System installiert werden soll. Ich entscheide mich für die Maxtor mit 4 GB. Jetzt werde ich gefragt, welche bereits vorhandenen Partitionen gelöscht werden können, um Platz für Linux zu schaffen. Ich entscheide mich dafür, die gesamte Platte zu verwenden. Man bedenke, dass gut und gerne 2 GB für Linux drauf gehen.

Der nächste Bildschirm ist Benutzer-Informationen, wo ich auch gleich meinen Namen eingebe und mir einen Login-Namen aussuche, mit dem ich mich in Zukunft anmelden kann, wenn ich nur mit dem Rechner arbeiten will. Man kann sich auch einen Login-Namen vorschlagen lassen. Wir wählen noch ein Passwort, dass wir zur bestätigung zweimal eingeben und bestätigen mit WEITER.

Nun geben wir noch ein Passwort für den Administrator ein, dessen Benutzername unter Linux root heißt. Er ist praktisch die Wurzel allen Übels. Als root sollte man sich nur einloggen, wenn man wirklich administrative Aufgaben zu erledigen hat.

Merket Euch das root-Passwort unbedingt. Wer diesen Schlüssel verliert, hat keinen Zugriff mehr auf die Systemkonfiguration!

Zur Sicherheit wird uns jetzt nochmal die eingestellte Konfiguration angezeigt, die wir kontrollieren und mit WEITER bestätigen. Der hübsche rote Kasten sagt uns dann nochmal, dass wir im Begriff sind, Linux zu installieren (das haben wir ja schon wieder vergessen *g*) und wir legen mit JA los.

Was jetzt kommt, dauert bei mir ca. eine halbe Stunde. Soviel Zeit muss sein. Die Festplatte wird eingerichtet und die Pakete installiert. Drei Statuszeilen zeigen uns, wie weit der Rechner schon ist. Zeit, sich einen Kaffee zu holen. Zum Wohl!

So, der Kaffe ist alle. Die Installation ist abgeschlossen. Wir drücken OK um das System zu starten. Nach einiger Zeit wird uns mitgeteilt, dass der Bootsektor jetzt fertig wäre. Auch hier geben wir unser OK. Den X-Server wollen wir jetzt noch nicht einstellen. Wir greifen später auf Sax zurück. Und wieder warten wir einige Minuten, bevor die Installation entgültig abgeschlossen ist. Den Hinweis, dass wir uns mit unserem Login-Namen einloggen können, ignorieren wir erstmal.


2.3 Erste Schritte im neuen System

Je nachdem, welcher Fenstermanager eingestellt ist, unterscheidet sich der nun folgende Bildschirm ein wenig. Am besten lässt man das grafische Login erstmal links liegen und wechselt mit STRG+ALT+F1 in die Textkonsole 1 (TTY1). Es gibt insgesamt 6 Textkonsolen, die mit F1 bis F6 erreichbar sind und eine grafische (F7). Es erscheint das Login, welches wir mit dem Wort "root" füttern. Darauf hin verlangt der Rechner das Root-Passwort, das wir uns hoffentlich gemerkt haben.

Wie alles in Linux sind auch Passwörter und Login-Namen case-sensitive, will heißen: Auf Groß-/Kleinschreibung achten!

Es erscheint ungefähr folgendes prompt:

linux:~ # _

Es wird uns mitgeteilt, dass unser Rechner den Namen Linux trägt und wir uns in unserem Heimverzeichnis befinden. Lernen wir einmal schon ein paar einfache Befehle kennen:

ls list - Zeigt den Inhalt des aktuellen Verzeichnisses an
cd change directory - Wechselt in ein anderes Verzeichnis
ps prozess scan - zeigt alle laufenden Prozesse an
kill beendet einen laufenden Prozess
man zeigt die Hilfe zu einem Befehl

Jeder dieser Befehle kennt verschiedene Schalter. Mit man ps kann man sich die Hilfe für den ps-Befehl ansehen und bekommt alle Schalter erklärt. Durch drücken der Taste q beendet man die man-page wieder.


2.4 Erste Konfigurationen

Wir wollen nun unser System nutzungsfähig machen und unseren Bedürfnissen anpassen. Dazu starten wir zunächst YaST um noch einige Software nachzulegen und die Netzwerkkarte zu Konfigurieren.

linux:~ # yast

Wir bestätigen mit RETURN und warten kurze Zeit. In der Rubrik Installation festlegen/starten (die wir mit den Cursor-Tasten auswählen und mit RETURN öffnen) wählen wir den Punkt Installation ändern/erstellen. Hier kann man leicht jedes Programm auswählen, das man gerne installiert hätte. Bereits installierte Pakete sollten installiert bleiben, es sei denn, man weiß genau, dass man sie nicht braucht.

Mit den Cursor-Tasten wählen wir wieder eine Rubrik, die wir mit Return öffnen. Dort können wir einzelne Programme mit der Space-Taste zu installation hinzufügen ( [x] ), updaten ( [R] ) oder löschen ( [D] ). Mit [i] gekennzeichnete Dateien sind bereits installiert.

Mit F10 verlassen wir die Unterpunkte in den Menüs und kehren zu Paketauswahl zurück.

WICHTIG ist aus dem Paket Programmentwicklung der Teil include und lx_suse. Das sind die Kernel-Quellen, die wir später benötigen. Bei anderen Distributionen sucht bitte nach den entsprechenden Paketen. Aus der Serie n (Netzwerk-Support) wird das Paket SAMBA benötigt, um später Kontakt zu Windows-Rechnern aufzunehmen. Aus dem Paket pay installieren wir noch StarOffice, soweit vorhanden. Haben wir eine Soundkarte, so kommt aus snd noch xmix und wavplay. Ich nehme mir noch aus xap bluefish, axe3d, xftp, xirc und xlogin, aus sec firewalls und ipchains und aus a noch yast2. WICHTIG: Aus dem Paket xsrv müsst ihr einen X-Server wählen, der für Eure Grafikkarte passt. Ich nehme den Mach64, weil das auch beim booten von der Grafikkarte angezeigt wird. Die Beschreibungen sind denke ich ausführlich genug.

Mit F10 beende ich die Auswahl und komme ins Installationsmenü zurück, wo ich jetzt auf Installation starten klicke. Um wirklich alle BENÖTIGTEN Pakete zu installieren, klicke ich noch auf AUTO und dann auf WEITER. Jetzt dauret es wieder einige Zeit bis alles installiert ist.


2.5 Login einrichten

Nach der Paketinstallation kehren wir zurück zum Hauptmenü und richten uns noch unter Administration des Systems einen Fenstermanager ein, mit dem wir arbeiten wollen. Im Gegensatz zu Windows gibt es bei Linux eine vielzahl grafischer Oberflächen, von denen ich persönlich die KDE (K Desktop Environment) bevorzuge. Wir wählen dazu den Unterpunkt Einstellungen susewm und wählen im bereits aufgeklappten Fester den Punkt kde aus. Im Menüpunkt Login-Konfiguration stellen wir als Oberfläche Grafisch (die nächste Frage mit JA beantworten), als Manager KDM und bei Shutdown-Verhalten all ein. Wenn der Rechner in einem Netzwerk betrieben wird, an dem mehrer Leute auf den Linux-Rechner zugreifen werden, sollte als Shutdown-Verhalten root eingegeben werden, dass heißt, nur der Administrator kann den Rechner herunterfahren. Jetzt können wir YaST beenden und uns grafisch einloggen. Obwohl es eigentlich nicht dringent nötig ist, mache ich an dieser Stelle einen Reboot mit

linux:~ # shutdown -r now

Der Schalter -r gibt an, dass wir neu starten wollen, now sagt dem Programm, es solle bitte gleich damit anfangen. Jetzt wird der KDM (K Desktop Manager) gestartet und wir können uns als root einloggen. Dazu kann man auch eines der Bilder anklicken und erspart sich so die eingabe des Namens. Das Passwort muss man selbst eingeben und mit RETURN gehts los.


2.6 Den X-Server einrichten

Wir sind jetzt in der KDE angelangt und sehen eine Shortcut-Leiste und eine Taskleiste. Aus der Shortcut-Leiste wählen wir das Icon für Terminal-Emulation um eine Console zu starten. Die Konsole ist das gleiche was wir auch über STRG+ALT+Fx erreichen würden, nur eben als Fenster. Nur wird uns hier nicht der Rechnername verraten, sondern das Programm (die Shell), mit dem wir hier arbeiten. In meinem Fall ist das Bash 2.03 (Bourn Again SHell). Durch Eingabe von sax starten wir die X-Server Konfiguration.

Die bereits bestehende Konfigurationsdatei, die uns angeboten wird, verwenden wir natürlich gleich. Wählt euch jetzt einen Maustreiber und lasst die Gerätedatei wie sie ist. Möglicherweise müsst ihr noch die Anzahl der Maustasten einstellen, nachdem ihr auf OK geklickt habt. Ist die Maus konfiguriert kommt ihr mit WEITER in den Tastatur-Bereich. Hier sollte eigentlich alles schon eingestellt sein. Mit WEITER gehts zur Grafikkarte. Hier solltet ihr Hersteller und Modell angeben. Ich wähle als Modell Mach64 aus, weil meine Grafikkarte mit einem Mach64-Chip bestückt ist. Unter der Option "Erweitert" stelle ich noch den korrekten Grafikspeicher ein und aktiviere Hard Limit um meine RAMDAC-Geschwindigkeit herauszufinden. Mit OK gehts zurück und mit WEITER in den Bereich Monitor, wo ich wiederum Hersteller und Typ angebe (hätte nicht gedacht, das mein alter 14"-ler da drin steht). Im letzten Auswahlpunkt kann ich noch meine Auflösung und Farbtiefe angeben. Nochmal auf weiter und fertig. Der Server wird gestartet und ich kann die Bildgröße noch ragulieren, was ich lieber an meinem Monitor mache. Jetzt kann ich die KONFIGURATION ABSCHLIEßEN!

Jetzt kann ich mich aus KDE ausloggen (über das "Start-Menü K" oder die Pin-Nadel in der Shurtcut-Leiste) und erneut als root anmelden.


2.7 KDE gestallten

Im Startmenü findet sich das KDE Contorl Center, welches wir jetzt starten. Tobt euch jetzt ein wenig in der Rubrik Desktop aus. Hier kann man ähnlich der Systemsteuerung in Windows das aussehen des Systems anpassen.WICHTIG: Verstellt nichts, was ihr nicht versteht. Stellt vor Allen Dingen als Sprache Deutsch ein. Der Screen-Saver Matrix gefällt mir recht gut.



© Gerhard Zapf
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Neuer Kernel
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Letzte Änderung: 11.09.2003