Linux für Einsteiger
Kapitel 4: Einrichten des Netzwerks

4.1 Einrichten des Netzwerkes

4.1.1 Vorarbeiten

Zunächst müsst ihr ein wenig Vorarbeit leisten. Zum einen muss der Kernel so konfiguriert sein, das er auch Netzwerke unterstützt. (Infos) - Dann müsst ihr euch eine IP-Adresse für euren Rechner auswählen. In einem größeren Netzwerk sagt euch euer Administrator alle Angaben, die ihr für die Anbindung ans LAN braucht. Ansonsten sucht euch aus dieser Tabelle eine Adresse aus:

IP-Adressen für private Nutzung

Netzklasse Subnet-Mask IP-Adressen
A 255.0.0.0 10.0.0.0 - 10.255.255.255
B 255.255.0.0 172.16.0.0 - 172.31.255.255
C 255.255.255.0 192.168.0.0 - 192.168.255.255

Wählt euch eine Klasse und merkt euch die zugehörige Subnet-Mask. Dann sucht euch einen Bereich (z.B. 172.20.20.x) und wählt aus diesem Bereich eine Adresse für euren Rechner, wobei x nach Möglichkeit weder 0 noch 255 sein sollte (diese sind soweit ich weiß Netzwerk- bzw. Broadcast-Adresse in einem ordentlich organisierten Netzwerk).

Unterschiede in den Distributionen

Die Einrichtung eines Netzwerkes ist ein wenig distributionsabhängig. Bei Suse hilft uns wieder YaST weiter, bei RedHat gibt es das Tool linuxconf (oder so ähnlich). Man kann sich ein Netzwerk aber auch manuell konfigurieren. Dies möchte ich zunächst einmal versuchen:

4.1.2 Die Netzwerk-Schnittstelle

Linux legt im Device-Verzeichnis /dev (dort liegen auch alle Laufwerke) eine Device für jede beim booten gefundene Netzwerkkarte an. Diese werden von 0 bis n durchnummeriert. Da es sich um eine Ethernet-Karte handelt heißt bei mir meine Karte eth0. Andere Devices heißen z.B. slip oder ppp (diese werden allerdings erst zur Laufzeit angelegt, nicht schon beim booten). Ich beschränke mich hier auf Ethernet-Karten.

4.1.3 Wo und wie wird die Karte initialisiert?

Der Rechner startet beim booten verschiedene Skripte. Das erste Skript ist /etc/inittab. Dort sucht ihr euch einen Eintrag der Form

si::sysinit:/sbin/init.d/boot

Der Indikator, ob ihr den richtigen Eintrag habt, ist das si am Anfang. Dieser Eintrag verweist auf die nächste Datei, die beim booten gestartet wird. Hier das Skript boot aus dem Verzeichnis /sbin/init.d/ . Ruft also diese Datei mit einem Editor auf. Laut HOWTO findet ihr hier einen Eintrag, der ein Netzwerk-Skript startet. In meinem Fall (Suse 6.3) ist es die Datei /sbin/init.d/network (obwohl sie nicht im boot-skript auftaucht!). Dort macht ihr folgenden Eintrag (möglichst am Anfang der Datei):

ifconfig eth0 192.168.10.5 netmask 255.255.255.0 up

Damit wird ifconfig gestartet, um der Netzwerkkarte eth0 die IP 192.168.168.5 und die entsprechende Maske zuzuweisen. Der Paramerter up startet die Schnitstelle. Führt einen Reboot aus, um die Änderung zu aktivieren. Alternativ könnt ihr auch die obige Zeile einfach auf der Konsole eingeben und ausführen.

Ob die Schnittstelle richtig funktioniert, könnt ihr mit einem ping testen:

ping 192.168.168.5 -c 5

Der Parameter -c gibt an, wie viele Pings ihr abschicken wollt (hier 5). Wird der Parameter weggelassen, wird solange gepingt, bis der User mit STRG+C abbricht. Pingt auch andere Rechner in eurem Netzwerk an, um die Verbindung zu testen.

4.1.4 Weitere Einstellungen

Jetzt lässt sich noch die Datei /etc/rc.config editieren. Auch hier hätte man zum Beispiel seine eth-Schnittstelle konfigurieren können. Über die Variablen HTTP_PROXY und FTP_PROXY könnte man die Adresse eines Proxy-Servers im Netz angeben. Wenn ihr zum Beispiel einen Netz-PC mit Windows und Internet-Zugang habt, könnt ihr diesen mittels SAMBAR (www.sambar.de) als Proxy laufen lassen.


4.2 SAMBAR - Verbindung ins Fenster

Um auf Windows-PCs zugreifen zu können, benötigt man zum Beispiel SAMBA. Dies ist ein Server, der Windows den Zugriff auf Daten und Drucker unter Linux erlaubt und umgekehrt Windows den Zugrif auf Linux-Resourcen ermöglicht. Die genaue Konfiguration könnt ihr im SAMBA-HOWTO nachlesen. Hier ein kleiner Einstieg:

Zunächst muss natürlich Samba (Serie n bei der Paketauswahl) auf der Platte liegen. Swat wäre nützlich, um Samba ohne große Umstände Verwalten zu können. Soweit ich weiß, wird Swat gleich mitinstalliert.

Zunächst müssen die beiden Daemonen /usr/sbin/smbd und /usr/sbin/nmbd gestartet werden. Ich trage sie dazu wie folgt in die Datei /etc/rc-d/init.d/network ein:

# Starting SAMBA services
smbd
nmbd
Ich bin mir der Tatsache bewußt, dass dies nicht die originäre Methode ist, umd die beiden Daemonen zu starten. Normalerweise trägt man in der Datei /etc/rc.d/inetd.conf die Zeilen

netbios -ssn stream tcp nowait root /usr/sbin smbd smbd
netbios -ns dgram udp wait root /usr/sbin/nmbd nmbd

ein. Diese Methode hat bei mir allerdings dazu geführt, dass der nmb-Daemon nicht läuft. Also habe ich mich kurzerhand dazu entschieden, die oben genannte Methode anzuwenden!

Sind beide Daemonen eingerichtet, so kann man sich daran machen, die Datei /etc/smb.conf zu bearbeiten, die für die Steuerung Verantwortlich ist. Ich will eine solche Datei mal hier exemplarisch vorstellen, die für folgende Einstellungen gedacht ist:

Rechnereinstellungen:

Windows-Arbeitsgruppe: ag
Name des Linux-Rechners: linux
IP-Adresse/Subnet-Mask: 192.168.100.1

Es soll das Verzeichnis /quota so freigegeben werden, das jeder Benutzer von Windows aus darauf zugreifen kann. Das Verzeichnis /quota erstelle ich zum Beispiel über die Befehle

mkdir quota
chmod a+rwx quota

Der Befehl chmod ändert die Zugriiffsrechte des Verzeichnisses so, dass jeder User darauf lesend (r) und schreibend (w) zugreifen kann. Das x steht für die Berechtigung "wechseln in".

Die zugehörige Datei /etc/smb.conf

[global]
workgroup = ag
netbios name = LINUX
interfaces = 192.168.100.1
security = share
log file = /var/log/samba-log.%m
keepalive = 30
lock dir = /var/log/samba
hosts allow = ALL

[Share]
comment = quotation
path = /quota
read only = No
guest ok = Yes

Das Tool Swat hilft bei der Konfiguration von Samba ein wenig nach. Es handelt sich um eine Sammlung von HTML-Seiten, die standartmäßig auf Port 901 des Rechners installiert werden. Näheres zur Installation findet ihr zum Beispiel auf der man-Page zu Swat (Aufruf mit man swat) oder im Verzeichnis /usr/doc/packages/samba/htmldocs/. Damit lässt sich der Server auch über das Netzwerk konfigurieren (zum Beispiel aufruf von http://<linux-ip>:901/ ).



© Gerhard Zapf
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Letzte Änderung: 11.09.2003